HASSBERGKREIS

Der Mann ist der Hauptverdiener

Frauenquote
Bundesweit ist es Trend, dass immer mehr Frauen berufstätig sind und deren Beschäftigungsquote sich in den ...

Schlüsselindikator „Beschäftigungsquote“: Wie steht's um den aktuellen Beschäftigungsstand im Landkreis Haßberge? Bundesweit ist Trend, dass immer mehr Frauen berufstätig sind und deren Beschäftigungsquote sich in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten um 9,2 Prozent auf nunmehr 53,7 Prozent gesteigert hat. Im Kreis Haßberge waren zuletzt 54,0 Prozent aller Frauen im erwerbsfähigen Alter in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Im Jahr 2000 hatte der Anteil noch bei 43,8 Prozent gelegen. Damit landet der Landkreis deutschlandweit in puncto Frauenquote aktuell auf Platz 216 unter 402 ausgewerteten Städten, Kreisen und Stadtstaaten.

Die Zahlen des Regionalatlasses beschränken sich auf sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Sie sind also nicht gleichzusetzen mit den Erwerbstätigenquoten, die auch Selbstständige, Beamte oder Minijobber umfassen, also all jene, die nicht der Versicherungs- und Beitragspflicht unterliegen. Wenn der Statistiker also von „Beschäftigten“ spricht, meint er Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die die Sozialversicherungskassen füllen. Die jüngsten verfügbaren Zahlen stammen von aus dem Jahre 2015.

Die Mütter drängt es nach der Babypause verstärkt wieder in die Berufswelt – das schlägt sich auf die Quoten nieder: Rund 54,0 Prozent erreichte die Beschäftigungsquote von Frauen im Kreis Haßberge (Vorjahr: 52,5). Bundesweit lag sie bei 53,7 Prozent, wobei sie über alle Stadt- und Landkreise hinweg von 40,5 Prozent (Städte Gelsenkirchen und Heidelberg) bis 67,2 Prozent (Kreis Hildburghausen, Thüringen) variierte. Da machen sich die verschiedenen Rollenbilder also nach wie vor bemerkbar. Denn in der Regel sind im Osten beide Geschlechter berufstätig, im Westen hingegen ist in der Mehrzahl der Haushalte nach wie vor der Mann der Hauptverdiener.

Für die Männerseite weist die Statistik bei uns eine Beschäftigungsquote von 67,4 Prozent aus, deutschlandweit erreichte sie rund 60,8 Prozent. Machen wir eine Bundesliga daraus, dann liegt der Kreis Haßberge bei den Männern, die sozialversicherungspflichtige Jobs haben, auf Platz 43 und bei den Frauen auf Platz 216. Wobei die tatsächliche Schaffendenquote vermutlich höher ist, denn Freiberufler fließen in die Zahlen des Regionalatlasses, die Basis dieser Auswertung sind, wie gesagt nicht ein.

Erfasst werden vielmehr die prozentualen Anteile von sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen und Männern an der jeweiligen Bevölkerungsgruppe im erwerbsfähigen Alter (15 bis 65 Jahre). Vollzeitbeschäftigte und Teilzeitbeschäftigte zählen gleichermaßen, ebenso Eltern in Elternzeit, deren Arbeitsverhältnis zum Erhebungszeitpunkt ruht.

Blickt man zurück, so hat sich im Kreis Haßberge die Beschäftigtenquote der Frauen seit dem Jahr 2000 von damals 43,8 auf 54,0 Prozent gesteigert. Die Männerquote kletterte im selben Zeitraum von 61,3 auf mittlerweile 67,4 Prozent. Damit verringerte sich die Differenz der Frauen- und der Männerquote in diesen knapp anderthalb Jahrzehnten um 4,1 Prozentpunkte. Bundesweit schrumpfte der Abstand um 2,8 Prozent.

Immer mehr Frauen in Deutschland sind erwerbstätig. Klingt gut, hat aber, wenn man genauer hinschaut einen Haken. Denn laut OECD-Studie tragen sie so wenig zum Haushaltseinkommen bei wie in keinem anderen europäischen OECD-Land. Da sämtliche Arbeitsverhältnisse gleichermaßen in die Erhebung einfließen, geht der Fakt unter, dass im Schnitt nur vier von zehn Frauen in Vollzeit arbeiten (Stand 2015). Fast jede Dritte ist „atypisch beschäftigt“, das heißt, sie arbeitet in Teilzeit mit 20 oder weniger Stunden, ist geringfügig oder befristet beschäftigt. Weitere sieben Prozent sind selbstständig tätig.

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